GAST*MAHL

Tänzer und Musiker auf der Wanderung durch die Geschichte zwischen diesseits und kenseits, des irrenden Gastseins auf Erden. Das Gastmahl, die Gewährung der Gastfreundschaft ist Endergebnis einer Reise. Es eröffnet dir die Dauer des Aufenthalts eine rechtliche Beziehung zwischen Gast und Gastgeber. Die Türschwelle als soziale Grenze zwischen innen und außen markiert spezifische Rituale und festgelegte Spielräume. Das letzte Abendmahl einer Zivilisation bestehend aus Fremdenfeindlichkeit und im Konsum endender Gegenseitigkeit. Der Gast wird zum Mahl.

"... eine Dienerin trug in der schönen goldenen Kanne, über dem silbernen Becken, das Wasser, beströmte zum waschen ihnen die Händ', und stellte vor sie die geglättete Tafel. Und die ehrbare Schaffnerin kam und tischte das Brot auf, und der Gerichte viel' aus ihrem gesammelten Vorrat. Hierauf kam der Zerleger und bracht in erhobenen Schüsseln allerlei Fleisch, und setzte vor sie die goldenen Becher ...
... Jünglinge füllten die Kelche bis oben mit dem Getränke. Und sie erhoben die Hände zum lecher bereiteten Mahle. Und nachdem die Begierde des Tranks und der Speise gestillt war, dachten die üppigen Freier auf neue Reize der Seele; auf Gesang und Tanz, des Mahles liebliche Zierden ..."
(aus: Odysee/Homer - erster Gesang)

Aufführungen: 5., 6. und 9.-13. Juni 1992, Theater im Künstlerhaus, 1010 Wien, Karlsplatz 5

Team
Choreografie, Inszenierung: Bert Gstettner
Tanz: Werner Bechter, Bert Gstettner, Claudia Hitzenberger, Roland Martin, Alexander Strauss, Gabi Hift, Alexandra Sommerfeld
Musik: Maische - Harald Adrian, Christian Fennesz, Sigfried Schmid
Lichtdesign: Peter Greenbaum   Kostüme: Heidemarie Just   Raum/Bühne: Cynthia Schwertsik
Ton-Technik/Collage: Klaus Filip   Grafik: Kornelius Tarmann   Bühnenbildbauten: Thomas Gstettner
Koordination: Roland Martin   Produktion: Tanz*Hotel